Mittwoch, 26. Februar 2014

Metamorphosen einer "Madonna" #1


Ich liebe Bilder, die in mir den Wunsch erwecken, in ihnen herumzuspazieren, wenn es Landschaften sind, oder sie zu liebkosen, wenn es Frauen sind.
                    Auguste Renoir (1841 - 1919), französischer Maler des Impressionismus


Gute Idee, Kollege Renoir, aber die Frauen erstmal so malen können, 
daß man(n) auch Lust verspüren kann, sie zu liebkosen... :-)

Das untere Motiv ist nach einem Foto (von George Barris), welches mich fasziniert. Ich finde sie strahlt hier etwas "sinnlich-verträumtes" aus, ohne dabei auch nur eine Spur "verrucht" zu wirken... einfach toll. Außerdem hat Marilyn hier - obwohl schon 36J. - immer noch etwas mädchenhaftes im Gesichtsausdruck, ohne allerdings "püppchenhaft" zu wirken oder sehe nur ich das so? Jedenfalls finde ich es schwer, diese Stimmung zeichnerisch wiederzugeben. Das obere Bild ist schon besser, als das kleinere, weiter unten (Bobbel Boy hatte es gemalt! Es gefällt mir nicht, aber man muß Nachsicht mit der Jugend - dem künstlerischen Nachwuchs - haben :-)  ).


Kohlestift & Pastell (Pastel & Charcoal) auf Graukarton (30x20cm)
Die Gesichts-und Kopfproportionen sind  hier schon stimmiger als Bobbel Boy's Variante, aber ich finde sie wirkt hier etwas "verdrießlich-brummig", dies strahlt sie aber auf dem Foto keinesfalls aus. Ich bin gespannt, wieviel Anläufe ich brauche, bis ich malerisch genau diese Stimmung einfangen kann, die mich auf dem Foto so fasziniert.   















Kohlestift & Pastell by Bobbel Boy





Der vollkommene Maler muss imstande sein, sein bestes Bild zehnmal hintereinander abzukratzen und neu zu malen, um zu beweisen, dass er weder von seinen Nerven noch vom Zufall abhängt.                                                             Gustave Courbet (1819-1877) frz. Maler
           




Nicht nur die stets gewünschte und geforderte "Ähnlichkeit" bei einem Portrait hinzubekommen (was schon Herausforderung genug ist), sondern darüberhinaus, auch eine "Stimmung" zeichnerisch wiedergeben zu können, erscheint mir die höchste aller Schulen bei der Portraitmalerei.

Also diese Dame reizt mich durchaus zum Liebkosen ... :-)

Kohlestift & Pastell (Pastel & Charcoal) auf Graukarton (30x20cm)































Sonntag, 23. Februar 2014

Grußkarten - Blumen & Blüten Edition 2014 Nr.1



Bei unsrerem immer unpersönlicher und unverbindlicher werdendem Zeigeist, vermittelt der Sender eines Grusses, auf einer liebevoll ausgesuchten Grußkarte, dem Empfänger seine besondere Wertschätzung. Diese Freude ist doch in unserer Zeit im Grunde unbezahlbar, zumal man im Alltag im Briefkasten sonst eher nur unerwünschte Werbung und Rechnungsmahnungen vorfindet. 
Natürlich ist (fast) alles Geschmacksache und es gibt immer die Ausnahmen von der Regel, aber wenn man die aktuell im Handel angebotenen "Grußkartenmotive" sichtet, dann wirken diese doch oft entweder "krampfhaft lustig" und man fragt sich, ob der Empfänger dies wirklich komisch finden soll oder die Motive sind so kitschig-romantisch (Sonnenuntergänge und Vollmond ohne Ende), daß es vor Schmalz nur so trieft oder aber man findet immer wieder die ewig gleichen langweiligen Motive und man kommt beinahe zu der Erkenntnis, daß ein persönlich hingekritzeltes Strichmännchen auf einer Blanko-Grußkarte doch noch die originellere Idee wäre.
Ein Ausweg aus diesem Dilemma können "Künstler-Grußkarten" sein. Keine Massenprodukte, sondern Karten die durch die persönliche Auswahl des Malers entstanden sind. Freunde meines aktuellen "Malerischer Kalender 2014" könnten sich über die Motivauswahl meiner ersten Edition freuen. 
Im Laufe der Zeit werde ich weitere "Grußkarten-Editionen" anbieten. Aktuell in Arbeit ist eine Edition "Landschaften", die ich demnächst hier vorstellen werde.       





Ab sofort sind diese Grußkarten bestellbar.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Potpourri Sox #2



Auf einem Fuß steht es sich schlecht, hier kommt das Gegenstück, die rechte Socke!;-) 
  

Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)



Sonntag, 16. Februar 2014

Mann näht #4 - Nähstube#1


Zur Einstimmung:
Nähende Männer (click)
(Link mit Fotos, Text französisch, aber unter den Fotos sind Links zu den Blogs der Männer) 

Besonders hinweisen möchte ich dabei auf den Amerikaner Dan R, welcher tatsächlich - wie ich - neben dem Nähen, Gärten plant oder ist die Reihenfolge umgekehrt, man weiß es nie so genau...;-) 




Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor) 25 x 21cm



Tja, wer hätte das gedacht.
Noch vor einem halben Jahr war meine alte Singer im Nähtisch versenkt und hielt einen sprichwörtlichen, jahrelangen Dornröschenschlaf.  
Der Tisch diente nur als hübsche Ablage. Ich legte eine große Glasplatte darauf und dekorierte sie mit einem Blumentopf und einem Stapel Bücher. 
Daß unter der Tischplatte eine Nähmaschine schlummert, darüber machte ich mir kaum Gedanken. 
Hätte mir vor einigen Monaten jemand prophezeit, daß mich zum Jahreswechsel 2013/2014 auf einmal das große "Nähfieber" packen würde, demjenigen hätte ich einen Vogel gezeigt: - 
Ich doch nicht! 

Aber man(n) sollte nie, nie sagen. 
Hätte mir vor ein paar Jahren jemand prophezeit, daß mich ab Sommer 2010 ein nachhaltiges  "Marilyn Monroe-Zeichen-Fieber" packen würde, dann hätte ich demjenigen ebenso einen Vogel gezeigt. - Ich doch nicht! 
Wie man(n) sich doch täuschen kann, ich möchte hier nur auf die "Schutzpatronin des Lächelns", gleich oben rechts in Matthi's Blog verweisen. Unverhofft kommt eben oft und so ist auch meine alte Singer vom Dornröschenschlaf erwacht und nun ist die "Alte" putzmunter und inspiriert zu ungeahnten Experimenten und Gedankenflügen mit vielseitigen Folgen. Die harmloseste Neuheit ist dabei noch die Tatsache, daß meine "Bett-Diva-Katze-Rosi" sich riesig darüber freut, daß ich inzwischen öfter und früher im Schlafzimmer bin, denn dort steht die Nähmaschine und das Schlafzimmer ist Rosi's Reich.... und wenn ich müde bin, macht sie mir gnädigerweise Platz auf dem großen Bett - aber nur gegen "Knuddel-Orgie", das ist der Deal - nach dem Nähen... ;-)      


Dienstag, 11. Februar 2014

Für Whitney - In Memoriam



If I should die this very day
Don't cry, cause on earth we wasn't meant to stay
And no matter what the people say
I'll be waiting for you after the judgement day


Whitney Houston (9. August 1963 -11.Februar 2012) 
das Zitat ist aus ihrem Song  My Love Is Your Love



Bleistift - Pencil (21 x 15cm)



Falls ich heute sterben sollte
Weine nicht, weil wir nicht dazu bestimmt wurden, auf der Erde zu bleiben 
Und was immer die Leute auch sagen
Ich werde auf dich warten, nach dem Jüngsten Tag 



Sonntag, 9. Februar 2014

Mann näht #3 - Der Geduldsfaden


Seit ich nähe, weiß ich endlich, was es mit dem "Geduldsfaden" auf sich hat, der eben doch ab und zu reißt...;-)

Wikipedia schreibt dazu:
"Der Faden, der beim Abwickeln von der Spule gespannt ist, überanstrengt bzw. strapaziert wird, an dem gezerrt wird und der infolgedessen reißen kann. Bereits Goethe verwendet die Redensart 1811 in seiner Biographie Dichtung und Wahrheit (14. Buch). Und auch das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm verweist unter dem Stichwort "Geduldsfaden" auf diesen Gebrauch bei Goethe und Brentano. Das Bild hat sich so weit verselbständigt, dass es mittlerweile genügt, zu sagen, dass die Geduld selbst reißt. Das Maß des Geduldsfadens ist hier die Dicke, Stärke bzw. Unempfindlichkeit. Nicht selten hängt dabei die Geduld an einem seidenen Faden, der besonders leicht reißt." 





Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)



Mittwoch, 5. Februar 2014

Alles was ein Mann braucht #07


Die Menschen sehen nur das, was sie noch alles haben und bekommen könnten, schätzen aber nicht was sie haben, 
bis sie es verlieren. 
                                             Jimi Hendrix (1942-1970), der beste und kreativste E-Gitarrist aller Zeiten!




Mein Gitarren-Zubehör - Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)




und hier eine kleine, bescheidene Hörprobe ;-)


Yeah... Rock Me Baby, all night long... das wär's doch...!;-)



In den letzten Tagen hatte ich - während einer langen Autofahrt - intensiv Jimi Hendrix gehört und bin heile hin - und wieder zurück gekommen. 

Ganz im Gegenteil:
Sein beseeltes Gitarrenspiel half mir aus einer akuten Krise. 
Seine kreative "Fetzerei" pustete meinen Kopf frei und blies düstere Wolken von meiner Seele. 
So etwas schaffen nur absolut beseelte Künstler und davon gab es und gibt es auf diesem Planeten leider nur sehr wenige.
Dies ist der große Unterschied zwischen "Musiker" und "Musikant". Der Musiker macht Musik oder er stirbt (seelisch) bzw. er macht Musik bis er ablebt. Der Musikant hingegen, schrummelt oder trötet ab und zu vor sich hin, aber er muss es nicht, es beeinflusst sein Leben nur unwesentlich, er könnte in der gleichen Zeit ebensogut den Rasen mähen oder sein Auto putzen... oder Kumpels am Stammtisch treffen.

Jimi Hendrix definierte einmal was einen "echten Musiker" vom "Musikanten" unterscheidet:
Der echte, vorallem kreative Musiker ist jemand, dessen Bewußtsein in der Kindheit noch nicht allzufrüh von Erwachsenen manipuliert wurde...
Auf der langen Autofahrt hörte ich es wieder aus jedem seiner Gitarrentöne... kein Wunder warum es mir nach einigen Stunden "Jimi Hendrix" viel besser ging...

Soetwas ist unbezahlbar, selbst milliardenschwere, schweizer Steuerverstecke könnten dies nicht finanzieren!;-)  



Donnerstag, 30. Januar 2014

2014 - 450 Jahre WILLIAM SHAKESPEARE #1


"Im Überfluß zu sündigen, ist schlimmer als Lüg' aus Not,
und Falschheit zeigt sich böser im König als im Bettler."

William Shakespeare (26.04.1564-03.05.1616) Dramatiker, Lyriker, Schauspieler


 Alleine dieses Eingangszitat beweist schon, wie hochaktuell der 450 Jahre 
"alte" bzw. "junge"  William Shakespeare ist!    




                          (Zum Vergrößern aufs Bild klicken)
Skizze - Bleistift-Pencil  (Cartoon)


Dieser kleine Cartoon ist eine Persiflage auf den jahrhunderte-alten Streit über die "Urheberschaft der William Shakespeare-Stücke" .

Hier streiten von links nach rechts:
Mark Twain, William Shakespeare und Marilyn Monroe. 

Der von mir ebenso sehr geschätzte Mark Twain glaubte nie daran, daß der "einfache Bürger" William Shakespeare so hochintellektuelle Stücke verfassen konnte, die zudem noch oft in aristokratischen Kreisen spielen und stellt in den Raum:
"I can't believe, that you are the writer of the famous plays"
("Ich kann nicht glauben, daß Du der Verfasser der berühmten Stücke bist"

Darauf kontert William Shakespeare ganz cool:
"Can you prove this?"
 ("Kannst Du das beweisen?")  

Die gewitzte Marilyn mischt sich ein:
"Hey boys - how stupid! Don't discuss who the author is!
The plays are great. This means enough for me"
(Hey Jungs - wie dumm! Diskutiert nicht darüber, wer der Autor ist.
Die Theaterstücke sind großartig. Das genügt mir")


Sonntag, 26. Januar 2014

Immer lächeln #14 - keep smiling! :-)


Sie kam, schlüpfte leise durch die Menge, lächelte und siegte! ;-)

und das innerhalb von 10 Sekunden, das macht ihr so schnell niemand nach!
Tja, auf die Ausstrahlung kommt es eben an, dann reicht auch ein "schlichtes Kostüm"...;-) 
Siehe weiter unten.


Bleistift 4B - Pencil 4B (21x14cm)
Ein lockere Beistiftskizze. Das muß für heute reichen.
Manchmal muß man aufhören - weniger ist mehr - bevor es verschlimmbessert wird...;-)

                                
                                

                                Bei 2:08-2:18 taucht Marilyn auf- von links nach rechts ;-)


Hintergrund 1961:
Dies ist ein kleiner Privatfilm von der Taufe von John Clark Gable (*20.03.1961, Schauspieler).
Es ist der Sohn des Schauspielers Clark Cable (1901-1960), bekannt aus seiner Hauptrolle in "Vom Winde verweht"(1939). Gable starb im November 1960 - kurz nach Abschluss des Filmes "The Misfits"- an einem schweren Herzinfarkt und erlebte die Uraufführung von "The Misfits" ("Nicht gesellschaftsfähig") nicht mehr.  

Gable und Monroe spielten die Hauptrollen. Für Marilyn war Clark Gable soetwas wie ein "Vaterersatz". Sie vergötterte diesen Schauspieler seit ihrer Kindheit.
Aufgrund ihrer depressiven Verstimmungen während der Dreharbeiten (u.a.durch die Trennung von Drehbuchautor Arthur Miller (1915-2005) und einer Fehlgeburt) fiel Marilyn tagelang aus oder kam zu spät zum Set. Dies ging dem pünktlichen Perfektionisten Clark Gable sehr auf die Nerven, so daß Marilyn sich später zum Teil "mitschuldig" an seinem Herzinfarkt fühlte. 
Die Dreharbeiten fanden in der Wüste Nevada statt.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Immer lächeln #13 - keep smiling! :-)


Sie halten die Welt zusammen. Frauen sind inspirierend, sie haben so viel Humor und besitzen oft großartige Seelen. Bei den Männern bin ich mir da nicht so sicher. Die Männer nehmen sich im Vergleich immer viel mehr zusammen und warten mit ihren Emotionen bis zur nächsten Geschäftsreise.  Sigourney Weaver (*1949) US-Schauspielerin 



Bleistift & Aquarell ( Pencil & Watercolor),ca. 23x29cm



Dieses Motiv hatte ich vor einigen Monaten schon als Pastell gemalt. 
Hier kommt es als Aquarellskizze. Das ist ein guter Selbsttest, ob der erste recht gelungene Wurf 
purer Zufall oder Glück war - oder ob es doch schon Können ist...;-)  



Sonntag, 19. Januar 2014

Breezin - Mühelos mit George Benson ;-)


Vielleicht werden sich eines Tages
so etwa in 100 Jahren oder so, wenn ich längst in den Museen hänge, ich meine nicht als Skelett (obwohl manche stehen ja auf sowas), sondern meine Bilder - die Leute fragen:

"Auf welche Musik stand eigentlich der Matthi?" 

deshalb geben Posts wie diese (oder z.B. diese oder diese oder diese), bereits die Antwort auf die brennende Frage, die ich dann als Skelett nicht mehr direkt beantworten kann -  
I'm so sorry about that! ;-)    


Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)

Musik, die bei mir durch die Gehörkontrolle kommen kann, muß gewährleisten, was der Dichter Hermann Hesse wunderschön über die Musik ausgedrückt hatte:

"(...) Wie oft, wenn nichts mehr helfen will, wenn auch Himmelsblau und Sternennacht uns nimmer erfreuen und kein Buch eines Dichters mehr für uns vorhanden ist, wie oft erscheint da aus Schätzen der Erinnerung ein Lied von Schubert, ein Takt von Mozart, ein Klang aus einer Messe, einer Sonate - wir wissen nicht mehr, wo und wann wir sie gehört - und leuchtet hell und rüttelt uns auf und legt uns Liebeshände auf schmerzliche Wunden... 
Ach, was wäre unser Leben ohne Musik!" 








So ein "musikalischer Schatz aus der Erinnerung" ist für mich "Breezin" in der Interpretation von George Benson (*1943). Komponiert hatte diesen Song aber  Bobby Womack (*1944), jedoch durch George Benson's cooles Gitarrenspiel wurde er zum Welthit!

Wenn mal wieder nichts mehr helfen will, hänge ich mir meine elektrische Klampfe um, lasse "Breezin" im Hintergrund laufen und jamme. Dabei geht der Fuß locker im Takt mit und ich pfeife dazu (hört ja keiner) und zwar völlig "mühelos", denn das bedeutet "Breezin" auf deutsch... 
auch wenn mein Gitarrenspiel George Benson nicht einmal bis zur Kniescheibe reicht, doch das tut nichts zur Sache, solange die von Hesse beschriebene Wirkung eintrifft...




"Ach, was wäre unser Leben ohne Musik!"



Thank You ... 
Danke George Benson !!! !!! !!! ;-)






Donnerstag, 16. Januar 2014

Mann näht #2 - Bunte Fäden



So schöne bunte Fäden...

da lacht das Malerherz...
                
                                             und das Näherherz ;-)           

                                                                                                                                                         


Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)



Schon im letzten Post Mann näht #1 deutete ich an, daß das "Malen & Zeichnen" und das "Nähen" für mich durchaus seelenverwandt sind. 
Auch beim Nähen spielen - für mich - Farben und Farbkombinationen eine sehr große Rolle und ob ich nun Linien mit Tusche zeichne oder mit Fäden möglichst schöne Ziernähte - ja ich schreibe gestalte oder schöne farbige Stoffe mit unterschiedlichen Strukturen miteinander kombiniere - 
da entdecke ich durchaus eine Wesensverwandtschaft zur Malerei....

Der Maler Friedensreich Hundertwasser fertigte seine farbenfrohe Kleidung oft selbst. Er mochte keine Kleidung von der Stange. Für ihn bildete die Kleidung die zweite Haut, in der ein Mensch sich wohlfühlen und seine Individualität ausdrücken sollte. Ich finde das völlig richtig so. 

Wir werden doch alle - bis jetzt wenigstens (und hoffentlich bleibt das so!) - nicht als "geklonte Roboter" geboren, sondern als Individuen und jeder von uns ist anders! 
Wer dies bezweifelt, denke nur mal an seinen letzten Streit mit seinem Partner! ;-)



 

Sonntag, 12. Januar 2014

Mann näht #1 ;-)


Das Geheimnis im Leben ist, daß jeder es selber nähen muß, und das Merkwürdige ist, daß ein Mann es ebenso gut zu nähen vermag wie ein Weib.  
Søren Kierkegaard (1813-1855) Philosoph, Theologe & Schriftsteller



Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)



Hach, wenn das meine Großeltern (mütterlicherseits) wüßten.
Diese antike SINGER ist ein Erbstück und bestimmt 100 Jahre alt. Die Seriennummer zeigt, daß dieses Modell in Wittenberge (Deutschland) ca.1908 produziert wurde. Sie ist sehr "alt", näht aber wie ein junger, fideler Teenager und dazu waren lediglich etwas abstauben und ein paar Tropfen Öl notwendig. Vor soviel (Über-) Lebenswillen möchte man doch geradezu vor Ehrfurcht in die Knie gehen. 
Das nenne ich noch gute Wertarbeit... 100 Jahre und putzmunter!;-)  

Schon jetzt weiß ich, daß mir Nähen genauso Spaß macht, wie Malen & Zeichnen.
Ich empfinde es ebenso als kreativen Prozess, bei dem hier noch etwas "handwerkliches" dazu kommt und die fertigen Produkte nicht nur schön anzuschauen sind, sondern sehr nützlich im Alltagsleben sein können. Vom Näher, zum Schneider bis zum Modeschöpfer... 
das ist doch ein fließender Prozess wenn man(n) es will!

Auch wenn ich derzeit noch ein kleiner "Näh-Dummie" bin und ich nebenbei ein Fachbuch ähnlichen Titels studiere und mich vorläufig noch auf lehrreiche "Kittelflickerei" beschränke ("Learning by Doing" - wie beim Portrait-Zeichnen). Meine Ideen für die Zukunft sind schon jetzt enorm und ich müßte - wie die "alte Singer" meiner Großeltern - mindestens 100 Jahre alt werden und dabei fit wie ein Teenager bleiben, um dies alles umsetzen zu können. 
Na ich bin jedenfalls motiviert - schaun wir mal...;-)      




Mittwoch, 8. Januar 2014

Potpourri Sox #1


Bunte Stricksocken aus Wolle

es weihnachtete sehr und diese bunten, selbstgestricken Teile bekam ich von einer lieben Kollegin geschenkt (sie strickt sehr viel, Non-Stop so ziemlich alles, Tag und Nacht, auch Bekleidung für Teddys - siehe mein  Teddy-Post ....).

  
Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)

Erst hatten mich die kunterbunten Farben etwas irritiert (sind das nun doch erste Alterserscheinungen?), doch inzwischen wächst meine Begeisterung und ich mag fast keine einfarbigen Socken mehr. Wie langweilig!

Ein gutes Zeichen ist es immer, wenn ich dadurch noch zum Malen inspiriert werde... 
alles und jeder, was oder den ich male, kann sich nur geehrt fühlen - und wie öde wäre doch eine Malerei von schwarzen oder weißen Socken ... schnarch! ;-)

Außerdem sind diese Sockenmotive wunderbare Studien, um Strukturen, Falten und Schatten zu üben... 

und richtig kunterbunt  müssen sie sein, keine halben Sachen!;-)










Samstag, 4. Januar 2014

Get It On - Mit Marc Bolan ins Neue Jahr #1

Get It On - bang a gong
Get It On - bang a gong


aus dem gleichnamigen Song von Marc Bolan (1947-1977), T.Rex, 1971 


Marc hat die Haare schön! - Bleistift-Pencil (21cm x14cm)
Wann ist man wirklich "alt"?
Nachdenkliches zum Jahreswechsel. Hier ist meine subjektive Definition:
Wenn man den Lieblingssong eines großen Jugendidols wieder hört und es läßt einen völlig kalt, dann gibt es dafür nur zwei Gründe:
1.der Song ist doch schlecht
2. man wird oder man ist alt

trifft dies aber nicht zu (wie bei mir), 
dann ist:
1.der Song spitze 
2. und man ist - innerlich - noch ein Teenager!;-)  

So erging es mir kürzlich beim aufmerksamen Wiederhören von Marc Bolan's "Get It On"
Inspiration pur - ich machte mich nicht nur sofort an die erste Portraitskizze, sondern brachte mir auch diesen Rockriff auf der Gitarre bei. 




Mittwoch, 1. Januar 2014

Happy New Year 2014 !


...nur eine kleine, lächelnde Blume
                                           .... just a tiny smiling flower ;-)






Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)



            
        ...best wishes for a bloomy and sunny 2014 !!! ;-)




Dienstag, 24. Dezember 2013

Weihnachtsbobbel 2013



Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)


Ob's der NSA weiß oder nicht
Das ist Bobbel Boy's drittes Weihnachtsgedicht 
Lieber Weihnachtsmann
Denke dran
Keine Smartphones unter festlicher Fichte 
Schenke lieber Wasserfarben
Oder einen Satz bunte Stifte
Dazu einen Band erbauliche Gedichte 
Es wünschen eine schöne Weihnachtsfeier
Bobbel Boy
und  
Matthias Talmeier  





Sonntag, 22. Dezember 2013

"A Dog Named Matthi" ;-)

Es geht tierisch weiter, doch diesmal bin ich von Katzen auf den Hund gekommen...

 Ich habe länger gegrübelt, ob ich dies hier überhaupt veröffentlichen soll, es ist nichts schlimmes, aber doch sehr persönlich. Nun veröffentliche ich es doch, quasi als "Weihnachtsgeschenk" für die Fans von "Matthi's Art Journaling" - und für die Fans von Marilyn...;-)

Schon lange möchte ich mit dem Zeichnen von Comics bzw. Graphic Novels loslegen. Mir schwebt dabei so ein Mix von viel Witz, Ironie, Selbstironie, Humor, Satire und Tiefsinn vor! Diese kleine Bildergeschichte gehört zu den ersten Versuchen. Für diese Geschichte habe ich mich von einer Filmprobe-Szene aus Marilyn Monroe's letztem, unvollendeten Film  "Somethings's Got To Give" (1962 ) inspirieren lassen.  



Für größere Bilder runterscrollen! Für die Hintergründe den Text lesen (empfohlen!)



In o.g. Filmszene probt Marilyn mit einem Film-Cockerspaniel, der offenbar lieber mit ihr knuddeln wollte (das hätte ich - als Hund - nicht anders gemacht!), anstatt filmreif zu agieren. 
Der Regisseur (George Cukor) verlor die Geduld, doch Marilyn - die Hunde sehr liebte - hatte viel Freude mit dem Cockerspaniel. Sie wuchs als Mädchen, in einer Pflegefamilie, mit einem kleinen Hund namens "Tippy" auf. Sie hatte immer Hunde (zwischendurch auch einmal eine Katze!) und betrachtete sie als viel aufrichtigere und aufmerksamere Geschöpfe, als viele Menschen.  
Tippy war sehr brav, er begleitete sie zur Schule und wartete an einer Ecke auf sie, bis die Schule wieder vorbei war. Eines Tages erschoss ein böser Nachbar den kleinen Tippy, weil der Hund sich auf seinem Grundstück aufhielt. Marilyn kam zu Lebzeiten nie darüber hinweg. - 

Mich beeindruckt es immer sehr, wenn ich Filmausschnitte (Reportagen) oder Fotos entdecke, bei denen Marilyn plötzlich einem Hund begegnet. Man mache sich klar, die Frau ist aufgebrezelt mit Samt & Seide & High Heels & Pelzstola - sie trägt Haute Couture designed von den damals führenden und teuersten Modeschöpfern und ein Hund kommt auf sie zu und was macht sie -
Sie vergißt alles um sich herum, geht in die Knie, so aufgebrezelt wie sie ist und egal wo sie ist und knuddelt den Hund - vom Dackel bis zum Schäferhund. Vom Rassehund bis zum Mischling.
Genauso stelle ich mir eine "Frau von Welt" vor... ;-)
      
Diese Cockerspaniel-Filmszene gehört zum Erfreulichsten der ganzen Dreharbeiten, währenddessen sie sich viel mit Regisseur & Produzenten herumstritt und wieder einmal mit Hollywood anlegte, worauf sie erstmal gefeuert wurde (kurze Zeit später machte ihr Hollywood allerdings wieder ein lukratives Angebot), doch die ganze interessante Geschichte - die nur wieder eindrücklich beweist, wie sehr die Frau gekämpft hatte(!) - führt hier zu weit. 

Ich habe mir diese Szene bestimmt schon - gefühlt - 10.000 mal angeschaut. Wenn die Tage verdunkeln, dieses Filmchen (YouTube) rettet mich immer... ich finde ihr mitreißendes Lachen und ihre unschuldige, mädchenhafte Freude mit dem Hund so herzerfrischend, diesen Hund nennt sie übrigens auch "Tippy":
"Yeah, he is getting good" - "Ja, er wird gut" sagt sie am Schluß über den Hund, der unbeirrbar an seiner Sicht dieser Szene festhält... 
Vielleicht berührt mich diese Filmszene auch deshalb so sehr, weil ich selber mit Hunden aufgewachsen bin und aufgrund der schönen Erfahrungen mit meinen Katzen. Deshalb kann ich wohl sehr gut nachvollziehen, warum Marilyn soviel Freude mit diesem Hund hatte!   

(Der Film ist unter den Zeichnungen zu sehen...)

Viel Vergnügen! 

 
 

Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)

... soetwas fällt einem in langen, einsamen Nächten ein ;-)

Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)








 Meine Meinung:  
 Wer sich so intensiv an den "kleinen" Dingen des Lebens, 
 riesig erfreuen kann, ist sicher nicht sehr "lebensmüde" veranlagt,  
 was uns Marilyn hier, in nur 1min19 sec, sehr eindrucksvoll beweist!  
 (Stand: Frühsommer 1962 - ca. drei Monate vor ihrem angeblichen "Selbstmord")
 
  


 "Dogs never bite me. Only people. " 
"Hunde beissen mich nie. Nur Leute                                
                                          Marilyn Monroe     



                              

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Patricia Highsmith #2 - Ein schöner Schatten

 

"Für mich malt Francis Bacon das gültige Bild dessen, was in der Welt geschieht. Die Menschheit erbricht sich in eine Toilettenschüssel, und man sieht ihr nacktes Hinterteil." Patricia Highsmith (1921-1995)

Kohlestift & Pastell -Charcoal & Pastel (ca. 30x20cm Graukarton)
In diesem Blog gibt es einfach keine "normalen", gut-bürgerlichen Frauen. Wobei für mich persönlich das sog. tägliche "Normale", der eigentliche Wahnsinn ist. Die erfolgreiche Psychothriller Autorin entdeckte ich erst vor wenigen Jahren auf denkbar harmlose Weise:
Patricia Highsmith lebte in ihrer zweiten Lebenshälfte - als Ergebnis enttäuschender Liebesbeziehungen - hauptsächlich alleine und zunehmend zurückgezogen. Als ständige Gesellschaft schätzte sie allerdings Katzen. In ihrem Fall waren es meistens Siamkatzen.
Die große Sympathie für Katzen ist etwas, was ich mit ihr gemeinsam habe.  

"Zum Schreiben drängt mich nicht das Gewissen, sondern nur die Unzufriedenheit mit der Welt, deshalb bin ich Schriftstellerin." Patricia Highsmith



Bei Krimis hatte mich noch nie so richtig interessiert, wer der Mörder gewesen ist, denn zu wissen, wer es war, weckt auch keine Toten mehr auf! 
Aber schon immer interessierte mich:  
Warum wird jemand (mit oft gut-bürgerlichem Hintergrund) zum Killer?!?  
Also nicht "Whodunit", sondern "Whydunit".

Genau diese Frage wird in Patricia Highsmiths Büchern thematisiert. Morde passieren eher nebenbei, als wirklich beabsichtigt und werden ebenso beiläufig zur Kenntnis genommen, aber wie es soweit gekommen ist, was in der Psyche, in den Gedanken und Gefühlen, den Leidenschaften der gekränkten Seelen des späteren Mörders oder der Möderin vorgeht, dies ist das Spannende in ihren Büchern. 

"Fast jeder Mensch in dieser Welt ist stolz auf seinen scharfen Verstand, seine Großherzigkeit, seine Freundlichkeit, seine Klugheit, in der irrealen Unverletzlichkeit seines Arbeitszimmers... aber jeder Mensch zieht seine Rüstung an, wenn er in die Welt hinausgeht, panzert sein Herz und sichert seinen Mund... Im Herzen jedes Menschen sitzen Einsamkeit und Scham und Stolz." 
Patricia Highsmith, Notiz 1940

Patricia Highsmith faszinierte sich schon als Jugendliche für das psychologisch Abnorme. Das Buch des Psychiaters Karl A. Memminger The Human Mind (1930), in welchem er "abweichendes Verhalten" beschreibt, hatte Patricia inspiriert:

"Wenn eine Forelle nach einer Fliege schnappt, dabei einen Angelhaken verschluckt und nicht mehr frei und ungehindert schwimmen kann, fängt sie an zu kämpfen, sie zappelt und spritzt und schafft es manchmal zu entkommen. Öfters allerdings wird sie mit der Situation nicht fertig.
Auf die gleiche Weise kämpft der Mensch gegen seine Umgebung und die Haken, die ihn gefangen halten. Manchmal meistert er seine Schwierigkeiten; manchmal wird er nicht mit ihnen fertig. Sein Kampf ist alles, was die Welt sieht, und für gewöhnlich missversteht sie ihn. Es ist schwer für einen freien Fisch zu verstehen, was mit einem Fisch geschieht, der am Haken hängt."     


Buchtipp:
Edith's Tagebuch, 1977 
Für dieses Buch stand sie 1991
auf der Vorschlagliste für den Literatur-Nobelpreis.