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Donnerstag, 3. April 2014

Die Schnecken - Die Entdeckung der Langsamkeit

Ein schneller Geist ist krank. 
Ein langsamer Geist ist gesund. Ein stiller Geist ist göttlich.
                                                                                      Meher Baba (1894-1969) indischer Guru und Mystiker 




Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)



Wer sich mehr Zeit läßt, hat nicht nur einen entspannteren Geist, sondern naturgemäß auch viel mehr Muße für die Liebe, die Freundschaft, die zwischenmenschliche Kommunikation etc. - 
Aus dem üblichen "Smalltalk" zwischen Tür und Angel, entsteht vielleicht auch mal ein richtiges Gespräch und aus einer ein bis zweizeiligen eMail auch mal ein "richtiger" Brief. 

Schnecken sollen den besten Sex der Welt haben. - 
Das konnte auch schon Patricia Highsmith beobachten und beschreiben. 
12 bis 24 Stunden "Liebe machen" an einem Stück, das ist bei den Schneckis die Regel. 
Das sind Genießer, die sich eben ZEIT lassen! ;-)

Wir Menschen  können da einfach nicht mithalten. 
Wie soll das auch gehen, vor lauter Hektik?!? 

Quickies mochte ich noch nie. 
Als Jugendlicher hatte ich immer von einem "Liebesleben a la Schnecken" geträumt. 
Na, diese Seifenblase ist längst geplatzt, denn die Mädels sind heutzutage auch nur noch im Stress...;-) 


Hier gibt es mehr anregende INFOS zum ---> "Liebesleben der Schnecken". 



    

Samstag, 29. März 2014

Patricia Highsmith - Die lieben Schnecken

Für diesen langen Post braucht ihr die Geduld und die Zeit einer Schnecke 
(aber es lohnt sich - versprochen!).

Schließlich sprach die Schnecke.
"Ich habe etwas, das sie mir sicher wegnehmen würden, 
wenn sie könnten. Etwas, das sie mehr begehren als alles andere. 
Ich habe Zeit." (Sufi-Spruch)


Tusche & Aquarell (Ink & Watercolor)


Tja, wir werden alle älter.

Patricia Highsmith hatte selber gemalt und gezeichnet. Sie hinterließ hunderte Aquarelle, Gouachen und sensible, feine Tuschzeichnungen. Sie zeichnete ständig. Sie konnte - wie ich finde - richtig gut zeichnen, hielt aber selber wenig von ihren malerischen Künsten. Erst wenige Wochen vor ihrem Tod überreichte sie ihrem langjährigen Verleger (Diogenes) ihre Mappen und Spiral-Skizzenblocks. Ein lebenslanges, privates Geheimnis. -
Sie überlegte eine zeitlang, ob sie nicht Malerin werden sollte. Sie traf sich lieber mit Malern, Komponisten und Filmemachern, als mit Schriftsteller-Kollegen. 
Ich gäbe was drum, könnte ich ihr meine Portraits von ihr vorlegen. Entweder es gefiele ihr oder sie hätte eine neue Inspiration für den nächsten Psychothriller. 
Wie auch immer, es wäre kein Schaden gewesen!;-)   

"Ich habe große Ehrfurcht vor Malern und Komponisten, weil ich oft denke, 
daß jeder - oder doch fast jeder - eine Kurzgeschichte schreiben kann." (Patricia Highsmith) 


Sie liebte nicht nur Katzen, deren unaufdringliche Gesellschaft sie schätzte, sondern sie mochte auch Schnecken. In New York entdeckte sie auf einem Markt lebende Schnecken, die zum Verzehr angeboten wurden.
Fasziniert beoabachtete sie ein Schneckenpaar beim Liebesspiel. Schnecken machen andauernd Sex und können in zwei Monaten bis zu 200 Eier legen. Dagegen sind Menschen stockprüde - vermutlich weil sie ständig in Hektik sind und unter Strom stehen! -
Sie kaufte es, aß es aber nicht, sondern fing mit dem Paar eine langjährige Schneckenzucht an.
Sie hatte früher neben dem Studium der Englischen Literatur auch Zoologie studiert und kannte sich aus.